Geschichte der Gemeinde

Die Geschichte der Gemeinde Vockerode
Richters Gasthof in Vocherode in einer historischen Aufnahme

Vockerode - Erstmalig 1400 in einer Urkunde erwähnt blickt die Gemeinde auf eine über 600-jährige bewegte Geschichte zurück.

Begonnen hat die Geschichte des Ortes Vockerode mit schätzungsweise 40-50 Einwohner, welche hauptsächlich Land- und Viehwirtschaft betrieben. Diese Erwerbszweige wurde durch die Fischerei in der direkt am Ort vorbei fließenden Elbe ergänzt. 1938 begann mit dem Bau des Kohlekraftwerkes die Wandlung vom Fischerdorf zur Industriegemeinde. Diese Entwicklung, welche bis 1989 anhielt, spiegelte sich auch in der bis zu diesem Zeitpunkt stetig wachsenden Einwohnerzahl des Ortes.

Hier findet Ihr alle wichtigen Ereignisse aus der langen Geschichte des Ortes. Wir danken Ines Pinkert für die unschätzbare Mitarbeit und Unterstützung an dieser Seite.

Entstehung, Namen und Bezeichnungen des Ortes Vockerode
Historische Luftaufnahme von Vockerode

Der Ort Vockerode hat seinen Namen möglicherweise durch die Natur erhalten, was in dieser Region seltsam ist, da keine andere Ortsbezeichnung mit der Endung -rode existiert. Diese ist eher typisch für das Gebiet des Harzes oder Thüringens. Seit langem besteht die Annahme, dass Vockerode nach einem wüst gewordenen Ort im Südharz benannt ist, dessen Bewohner in den Gau Nicici umsiedelten.
Das ursprüngliche Walddorf könnte durch Rodung entstanden sein. Im Jahre 1400 wird der Name Vogkerode erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehört in dieser Zeit zu den Dörfern jenseits der Mulde, die wegen der Mühlfahrten Brückenfreiheit in Dessau genossen.
Eine Urkunde vom 10.10.1313, in der Kaiser Otto II. das Kloster Ilfeld mit dem Patronatsrecht der Kirche zu Vockerode bezieht, gilt nach Bernhard Heese, dem Vockerode im Harz. Fürst Bernhard von Bernburg bestätigt 1318 die Schenkung seines Vetters Otto II. von Ascharien, die das Kloster Ilfeld mit dem Patronat der Kirche zu Vockerode betrifft. Die Kirchenruine mit dem Namen Vockerode liegt bei Hermannsacker, im Harz. Das Gebiet befindet sich mehrerer Jahrzehnte im Besitz der Grafen von Anhalt, so dass dies nicht abwegig wäre. Zu den Siedlern aus Thüringen oder dem Harz kamen wohl Niederländer und Flamen in den Ort. Das zum Amt Dessau gehörende Vockerode hat schätzungsweise 40 bis 50 Einwohner, die hauptsächlich Land- und Viehwirtschaft betreiben.

Historische Aufnahmen aus Vockerode

Wie im Verzeichnis der Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt angemerkt, wird Vockerode bereits 1345 mit der Bezeichnung Wockerode als Besitzung des Klosters Nienburg genannt. Zu dieser Zeit soll es zum Konvent Mildensee gehören. Darin heißt es: "Nach der Meinung einiger Forscher liegt Vockerode auf der Mark der Wüstung Pozelewe, das frühere Vockerode (C.D.A. I 500 ff.) (auch Vogkenrode, 1400 erwähnt, C.D.A. V 304) lag weiter entfernt von der Elbe nach Süden zu. Einige Ackerstücken, die nach dem 'Kapen' zu liegen, heißen noch heute das alte Dorf (Mitt. 2. Bd. H. 3 S. 176)".
Im Jahre 1480 wird der heutige Ort mit dem Ortsnamen Vockerüd urkundlich als Besitz des Klosters Nienburg erwähnt. In dem brüderlichen Erbvertrag zwischen dem Fürsten Georg und seinem Bruder Ernst von 1494 wird festgelegt, dass bei Tode das Dorf Fockerode den Erben des Fürsten Ernst zusteht. Anderen Quellen zufolge erscheint erst 1547 der Name Vockerode erstmals in seiner heute üblichen Schreibweise.

Autorin: Ines Pinkert
Vockerode um 1900 nach Dr. Emil Weyhe in seinem Buch Landeskunde des Herzogtum Anhalt
Der Gasthof zum Erbprinzen in Vockerode in einer historischen Aufnahme von 1918

Vockerode liegt östlich von Dessau in der Elbaue 60 m hoch. Die Kreisstraße, die über Jonitz und Naundorf nach Wörlitz führt, bildet innerhalb des Ortes die Hauptstraße, hier reihen sich die großen Gehöfte aneinander. Aus ihnen ragt, wie die übrigen der Häuserreihe eingefügt, die Kirche empor, ein Backsteinbau mit schönem Doppelturm. Der Vater Franz hat 1812 bauen lassen. Der Kaplan, das ist der zweite Geistliche von Wörlitz, ist Pfarrer von Vockerode. Kleiner Wohnstätten liegen im SO und NO, im N und W, meist an einzelnen Straßen verstreut. An einer Seitenstraße, deren Fortsetzung zum Sieglitzer Berge führt, steht die Oberförsterei. Das Dorf ist gegen Hochwasser stark verwallt. Nördlich von seinem O-Ausgange führt neben dem Hafen eine Wagenfähre über den nahen Elbstrom.

Vogkenrode, das Dorf auf der Rodung des Vocko, erscheint urkundlich 1400 (Um 1400 Plebanus in Vockenrod). Auch das Dessauer Landregister hat noch die Namensform (1547/49), daneben aber die jetzt übliche. Vockerode für den Nachfolger des 1166 urkundlich erwähnten Pozelewe (I 500) zu halten ist erst dann gestattet, wenn dieser Behauptung kräftigeres Beweismaterial zu Hilfe kommt, als es bisher der Fall war. Der Flurname das alte Dorf (südlich dicht bei Vockerode) deutet wohl auf Verlegung on Vockerode. Sicheres war bis jetzt nicht zu ermitteln. Unweit Vockerode liegt inmitten prächtiger Forsten der Sieglitzer Berg (68 m), on den Umwohnenden kurz der Sieglitzer genannt, dazu ein Waldwirtschaftshaus, in dessen Umgebungen Spuren der baulichen Tätigkeit des Fürsten Leopold Friedrich Franz erhalten sind. Wegen ihrer landwirtschaftlichen Reize übt diese friedliche Waldstelle große Anziehungskraft auf die Nachbarortschaften aus.

Eine historische Aufnahme einer Strassenpartie in Vockerode

Das Vockerode des Dessauer Landregisters hatte 8 Hüfner und 14 Kossaten. 1867 waren 28 Anspänner und 21 Kossaten im Dorfe. 1787 sind 370 Einwohner gezählt worden. 1818 wohnten in 58 Häusern 413, 1830 in 61 Häusern 454, 1871 in 81 Häusern 515, 1900 in 88 Häusern 437 Leute (Vockeröder Forstbezirk und Sieglitzer Berg eingeschlossen), und zwar 436 Evangelische und 1 Katholik, 88 Ehemänner und 76 Ehefrauen, 8 Witwer und 32 Witwen, 115 männliche und 118 weibliche Ledige, auf 105 Haushaltungen verteilt. 1904 88 Häuser + 3 (Forstbezirk) + 1 (Sieglitzer Schloßbezirk), 1905 insgesamt 445 Einwohner. Gemeindebezirk 379,66 ha (266 Äcker und Gärten, 90,64 Wiesen, 7,19 Haus- und Hofräume, 15,83 ha Wege, Gewässer und anderes,), Forstbezirk 2150,40 ha (61,98 Äcker und Gärten, 1067,14 Wiesen, 14,87 reiche Weiden, 0,12 Haus- und Hofräume, 0,39 Unland, 109,29 Wege, Gewässer und anderes, 43,03 Weidenheger, 190,94 Mittelwald, 596,67 Eichen-Plänterwald, 17,05 Birken, Erlen, Espen, 25,95 anderes Laubholz (Plänterwald), 22,97 ha Fichten-Plänterwald). 86 Häuser hatten Viehstand, und zwar 71 Pferde, 408 Rinder, 2 Hammel, 421 Schweine, 102 Ziegen, 151 Gänse, 33 Enten, 1626 Hühner und 1 Puter; 142 Bienenstöcke ohne, 72 mit beweglichen Waben.1867 gibt Siebigk 87 Pferde, 77 Rinder, 9 Schafe, 166 Schweine und 46 Ziegen an.

Aus Emil Weyhe - Landeskunde des Herzogtum Anhalt 1907 (38
Chronologie der Geschichte

Hier ein paar wichtige Jahreszahlen aus der Geschichte der Gemeinde Vockerode mit den dazugehörigen Ereignissen. Die kursiven Angaben dienen zur besseren Orientierung.

Jahr Ereignis
1618-1648Ein Teil der Wallsteinischen Kürasserie gehe am Stieglitzer Berg über die Elbe, um Graf Ernst von Mansfeld (auf Seiten der Protestanten) in den Rücken zu fallen, der in diesem Gefecht bei Dessau unterlag. Während des 30jährigen Krieges wütet in Vockerode die Pest. Die Vockeroder dürfen die Gemeinde nicht verlassen, es drohen den Zuwiderhandelnden harte Strafen. Krieg und Pest sorgen dafür das sich keiner mehr dort aufhalten will.
997Nennung der Burg auf dem Sieglitzer Berg (25
1004Die Burg auf dem Sieglitzer Berg ist Hauptort eines Burgwards. (25
1252Die Söhne Heinrich I. von Anhalt teilen sein Gebiet auf. Begründer der Köthener Linie (ältere Zerbster Linie) wird Siegfried I.. In seiner Grafschaft liegen unter anderem die Orte Dessau und Wörlitz. (71
1400Vockerode gehört zum Amt Dessau des Fürstentums Anhalt-Dessau (25
1400In einer Urkunde vom 14. Februar erlaubt Albrecht IV. von Anhalt den Bürgern von Dessau die Erhebung eines Brückenzolls für die Überfahrt über die Mulde. Neben anderen sind auch die Bürger von Vogkenrode von diesem Zoll befreit. (48
1480Erwähnung von Vockeröd als Besitz des Klosters Nienburg (25
1494Nennung des Ortes als Fockerode im Erbvertrag zwischen Fürst Georg und den Erben des Fürsten Ernst (25
1497Fürst Magnus berichtet über die Pest in Anhalt. (71
um 1500Die ersten Siedler kommen aus Thüringen sowie aus den Niederlanden und Flandern. Vockerode hat 40 - 50 Einwohner und ist dem Amt Dessau zugehörig. Die Einwohner befassen sich hauptsächlich mit Land-, Forst- und Viehwirtschaft.
1500Das Land wird von Hüfnern und Kossaten bewirtschaftet.
1517Beginn der Reformation mit der Veröffentlichung Luthers Thesen in Wittenberg
1524Der Wildbestand der Forsten ist sehr hoch. Im Dessauer Forst und in Vockerode werden 134 Schweine, 9 Hirsche, 9 Stück Dammwild und 5 Kälber erlegt. (71
1540Die Kapelle auf dem Kirchberg und der dazugehörige Friedhof werden erstmalig erwähnt. (26
1547Im Schmalkaldischen Krieg zwischen Kaiser Karl V. und dem Schmalkaldischen Bund wird Vockerode von kaiserlichen und spanischen Truppen belagert. Von neunzehn Häusern werden elf in Schutt und Asche gelegt. in einer Urkunde taucht erstmalig der heutige Name Vockerode auf.
1549Vockerode zählt 19 Gehöfte
1594Bald nach der Reformation haben die Pröbste in Wörlitz das Pfarramt in Vockerode an die Kaplane abgetreten.
1603Die fünf anhaltischen Fürsten beschließen den Rezeß "Gesamte brüderliche Erbteilung de dato Dessau den 30. Juni 1603" und somit die Aufteilung Anhalts im Jahre 1606. (71
1610Im Saalbuch der Stadt Dessau aus dem Jahre 1610 werden neben dem Richter Joachim von der Hagen 18 Ackerleute und 14 Kossathen, unter den letzteren Joachim Bock (Bockwiese), geannt. Der Vockeroder Schenke war 1610 von den Abgaben frei, da er das Salz zu Hofe fahren musste. (87
1614Im Saalbuch werden David Oswald Richter als Erbrichter sowie die 3 Schöppen Debes Gripitzsch, Andreas Kesebier und Augustin Nagel genannt. 26 Gehöfte und 180 Einwohner (25
1618Beginn des Dreißigjährigen Krieges
1626Am 26. April gehen Wallensteinische Kürassiere nahe des Sieglitzer Berges über die Elbe und nutzen dabei vermutlich eine in der Nähe gelegene Furt durch die Elbe (25
1632Ausbruch der Pest (25
1636Plünderung des Ortes durch dänische Truppen (25
1636Am 29. Januar Brandschatzung der Löbbenbrücke durch sächsische Truppen. (25
1637Einquartierung von 50 Dragonern zur Überwachung der Überführung zweier Fährkähne im April 1637 (25
1642Plünderung des Ortes durch kaiserliche Truppen
1648Ende des Dreißigjährigen Krieges
1660Erster Nachweis einer Schule (25
1665Errichtung eines Forsthauses an gleichem Platz wie der Vorgänger- und Nachfolgebau (25
1682Erneuerung des Kirchturms (25
1683Erste Erwähnung der Schiffsmühle Vockerode
um 1700 Nach 1700 wird von der Familie Rathmann ein Fährbetrieb über die Elbe betrieben. Über diese Fähre läuft der Handelsweg Halle-Dessau-Berlin. Personen, Güter und Pferde werden über die Elbe gefahren.
1700Die Verschiffung und das Flößen von Holz bildet neben der Fischerei und der Landwirtschaft eine wesentliche Erwerbsquelle.
1701Am 15. Februar Gründung einer Schule im Haus von Christian Simon. (25
1702Der Kirchturm erhält eine Uhr. (25
1704Erwähnung eines Schulneubaus in der Bäckergasse
1707Fürst Leopold I. lässt am Kapengraben eine Getreide-, Öl- und Schneidemühle errichten. Diese Mühle ist bis 1887 in Betrieb. Vor Erbauung der Kapenmühle befand sich auf der Elbe eine Schiffsmühle, die bis 1708 in Betrieb war. Zu dieser Zeit lässt der Fürst mit Hilfe holländischer Deichbauern auch den Elbwall anlegen, der später erhöht wurde.
1770Vockerode gehört zum Amt Oranienbaum. (25
1770Am 8. April wurde durch das Frühjahrshochwasser der Elbdeich an 2 Stellen aufgerissen wodurch sich das Wasser im Wörlitzer Winkel ausbreitete. Nachdem das Wasser für 6 Wochen bei gleichem Pegel stand war Horstdorf an Weihnachten immer noch überflutet.
1771Deichbruch des neuen Elbdeiches während des Sommerhochwassers
1772/73Bau des Rauhen Wachhauses nach Plänen von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff als Deichwärterhaus (25
1784Anlage der Allee zum Berting (25
1784In einer Originalüberlieferung ist zu lesen: Den 25. September 1784 ist Herr Ephrain Jonathan Naumann, der Schulmeister, welcher am 21. des Abends, als er aus Dessau nach Hause gehen wollte, von dem Elendsbock jämmerlich getöte worden, christlich und ehrlich bei Haltung eines Sermons begraben worden. Denselben Tag und zwar zugleich mit dem Schulmeister ist Andreas Radasch, Einwohner aus dem Torhaus an den sogenannten Bernburger Dämmen, welcher des folgenden Tages, also dem 22. des Morgens früh, von eben demselben Elendstierbock jämmerlich ermordet worden, christlich und ehrlich begraben. (142
1785Vockerode wird dem Amt Wörlitz zugewiesen. (25
1788Bei starkem Eisgang wird der Elbwall durchbrochen, der Strom nimmt das letzte Haus an der Fähre mit und überschwemmt das ganze Dorf.
1791Das Erbrichterhaus in Vockerode wird auf Veranlassung des Fürsten Franz gebaut. Die Hauptkosten trägt der Fürst. Der damalige Schulze Christian Richter muss 500 Taler dazugeben.
1793Errichtung des Burgtors auf dem Sieglitzer Berg (25
1799Februar - Deichbruch des Elbwalles nahe der Fähre (25
1800Anlegen von Admiral Nelson und Lady Hamilton mit einem Wasserfahrzeug an der Stelle der später als Nelsonhügel bezeichneten Anhöhe (25
1806Napoleon beginnt den 4. Koalitionskrieg gegen Preußen und Sachsen
1806Am 22. Oktober zogen 15.000 französische Soldaten durch den Wörlitzer Winkel. Ein weiterer Truppendurchmarsch fand am 24. Oktober statt.
1809Französische Truppen plündern den Ort. Die Vockeröder setzen sich mit Mistgabeln zur Wehr, worauf sich die Truppen zurückziehen. (25
1812Am 11. Juni - "Vater Franz" lässt die zweite, heutige Kirche im gotischen Stil erbauen.
1813Eintritt Preußens in die Befreiungskriege gegen das napoleonische Frankreich am 17. März.
1813Preußische Truppen setzten am 2. April über die Elbe und durchzogen anschließend den Wörlitzer Winkel. Es folgten am 9. April 16 Batalionen Fußvolk und 4 Reiterregimenter mit Ziel Wittenberg.
1813Am 11.Juni kommt Napoleon durch Vockerode, um den Fürsten Franz zu besuchen. Aus dem Gefecht bei Kitzen (Leipzig) zurückgekehrte Lützower Jäger, Husaren und Ulanen überqueren am 18.Juni in der Nähe des weißen Wachhauses auf der Flucht vor den Franzosen die Elbe, wobei ihnen die Vockeroder Heinrich Born und Friedrich Käsebier sowie die Gebrüder Andreas und Christian Nehring Hilfe leisten. Als Vergeltungsmaßnahmen werden einige Einwohner als Geißeln nach Dessau verschleppt, aber auf Fürsprache des Stadtkommandanten wieder freigelassen. (25
1813Am 23. September kommt es im Wörlitzer Winkel zu einem Gefecht zwischen russischen Kosaken und Husaren mit sächsischen Reitern welche dabei in Gefangenschaft geraten.
1813Ende September rücken nach dem Waffenstillstand Kosaken und verbündete schwedische Truppen in den Wörlitzer Winkel ein.
1815Ende der Befreiungskriege gegen das napoleonische Frankreich.
1818Der Ort hat 58 Häuser mit 413 Einwohnern.
1826Abbruch des Grabmales auf dem Drehberg (25
1833Der Ort hat 61 Häuser, 454 Einwohner, unter denen sich 7 Vollspänner und 7 Halbspänner befinden.
1833Am 18. Dezember zerstört ein gewaltiger Orkan an die 200.000 Bäume in den Dessauer Forsten. (163
18451. April - Überschwemmung des Dorfes durch mehrere Deichbrüche (25
1845Größtes bisheriges Hochwasser mit vielen Dammbrüchen. (73
1849Ende der Badischen Revolution und symbolischer Endpunkt der Deutschen Revolution 1848/49 (Märzrevolution)
1850In diesem Jahr wird im Westen von Vockerode mit dem Bau einer Ziegelei begonnen. Der benötigte Lehm für die Verarbeitung wird vor Ort im Kapenweg abgebaut. 1897 wird die Produktion eingestellt.
1866Deutscher Krieg zwischen Deutschen Bund und Königreich Preußen und in der Folge 1871 Beitritt des Herzogtums Anhalts zum Deutschen Reich
1870Beginn des Deutsch-Französische Krieges zwischen dem Kaiserreich Frankreich und den deutschen Staaten unter der Führung Preußens
1871Ende des Deutsch-Französische Krieges zwischen dem Kaiserreich Frankreich und den deutschen Staaten unter der Führung Preußens
1874Am 5. Oktober kam es zu einem Wilderer-Drama auf dem Sieglitzer Berg durch dessen Folge Revierförster Schlieter aus Vockerode verstarb. (43 mehr...
1907Brand des Gasthofes "Zur schönen Eiche" und Neubau als Gasthof "Zur Linde" (25
1911Am 13. Januar war im Wittenberger Tageblatt zu lesen: In der Nacht vom 9. zum 10. d. Mts. zwischen 12 und 1 Uhr ist in Vockerode bei Wörlitz ein recht dreister Einbruchdiebstahl bei der an der Kreisstraße Vockerode-Dessau wohnhaften Kaufmannswitwe Wilhelmine Rathmann verübt. Die Diebe sind an der Westseite des Wohnhauses durch ein eingedrücktes Fenster zunächst in die sog. gute Stube gekommen, wo sie sich an Speise und Trank gütlich taten. Sie durchwühlten sämtliche Schränke, Kisten und Kasten. Im Laden plünderten sie die Kasse und erbrauchen eine Komode. Bei dieser Arbeit erwachte die Bezitzerin des Grundstücks und trat, nur notdürftig bekleidet, den Verbrechern in den Weg. Einer der Diebe warnte die Frau ein Licht anzustecken. Die Frau ließ sich aber nicht einschüchtern, lief auf den Hof und rief laut um Hilfe, was für die Diebe das Signal zum Abrücken war. Sie entkamen unerkannt unter Mitnahme von etwa 12 bis 15 Mark. (186
1911Am 29. Januar ist im Wittenberger Tageblatt zu lesen: Mittwoch ist in Abwesenheit der Eheleute beim Bäckermeister Merseburg in Vockerode ein dreister Einbrchdiebstahl verübt worden. Die Diebe haben die Geldkassette, welche versteckt am unteren Teile des Backtroges angebracht war, losgebrochen, den Inhalt von 40 Pf. darin liegen lassen. Sie durchwühlten Betten, um Geld zu erbeuten, was sie nicht vorfanden, trotzdem 500 M. vorhanden waren. Um nicht ganz leer auszugehen, nahmen dieselben 4 große Schinken, 7 starke Schlackwürste, 6 Schwartenwürste, 50 gute Zigaretten und 1 Brot im Gesamtwert von rund 120 M. mit. (186
1911Am 3. Februar war im Wittenberger Tageblatt folgendes zu lesen: Unter dem dringenden Verdacht, in letzter Zeit Diebstähle ausgeführt zu haben, wurde der hiesige Einwohner Fritz B. durch den herzoglichen Fußjäger Gröber verhaftet und dem Amtsgericht Oranienbaum zugeführt. Bei dem Verdächtigen vorgefundene Zigarren wurden ihn zum Verräter. (186
1912Wahl der Kreistagsmitglieder aus Vockerode (25
1913Am 13. März wird die Freiwillige Feuerwehr Vockerode gegründet (25
1914Beginn des 1. Weltkrieges
1918Ende des 1. Weltkrieges
1914 - 1918Im I. Weltkrieg werden zehn Vockeroder getötet. Um ihrer zu erinnern, steht auf dem Nelsonhügel ein Gedenkstein als Gedenkstätte. mehr...
1918Am 12. November wird aus dem Herzogtum Anhalt eine Republik, da Prinzregent Aribert sich nach Straßendemonstrationen gezwungen sah, im Namen des noch minderjährigen Herzogs Joachim Ernst von Anhalt und der gesamten anhaltischen Fürstenfamilie auf den Thron zu verzichten.
1919Entstehung der Weimarer Republik
1920Nach dem Ende des I. Weltkrieges müssen von der Gemeinde Vockerode Reparationsleistungen in Form von Holzlieferungen erbracht werden. Im Kapenweg werden prächtige Eichen gefällt und zur Anhaltischen Forstverwaltung nach Roßlau transportiert. Vockerode erhält den Anschluss an das Stromnetz, die erste Wasserleitung wird gebaut.
1922Anschluss der Schule an das Stromnetz (25
1926Gründung des Schießverein "Elbstrand" als Schützenverein mit 20 Mitgliedern (25
1930Vockerode ist ein Bauern- und Fischerdorf. Darüber hinaus betreiben einige Handwerksmeister, z. B. Schmiede, Stellmacher und Böttcher ihr Gewerbe. Es gibt drei Gastwirtschaften und eine Schule, in der acht Klassen von nur einem Lehrer in einem Raum unterrichtet werden.
1932Die Elbe bildet die Grenze zwischen den Kreisen Dessau und Zerbst. Durch die Veränderung des Stromlaufes kommt die Halbinsel Matzwerder vom linken auf das rechte Elbufer; also von der Dessauer auf die Zerbster Seite. Der Kreis Dessau muss ein Stück Land an den Kreis Zerbst abtreten.
1933Ende der Weimarer Republik und Beginn der Nazidiktatur.
1933Vockerode hat 401 Einwohner. (34
1933Am 13. März werden die Gemeinden des Wörlitzer Winkels dem Landkreis Dessau-Köthen zugeordnet und verbleiben dort bis zum 9. Juni 1950. (17
1934Am 1. Mai Einweihung des Dingplatzes auf dem Drehberg durch die Hitlerjugend (25
1935Abschluss der Elbbegradigung am so genannten Kurzen Wurf durch einen Durchstich und die Umleitung der Elbe in eines neues Flussbett (25
1937Im Frühjahr wird mit dem Bau des Kraftwerkes und der Kraftwerkssiedlung begonnen. (204
1938Am 5. November wird die Autobahn Berlin-Dessau-Schkeuditz übergeben. Baubeginn war im Jahr 1937. Ebenfalls in diesem Jahr wird mit dem Bau der Autobahnbrücke über die Elbe bei Vockerode begonnen, die in einer Bauzeit von 14 Monaten errichtet wird. Die Inbetriebnahme der Brücke erfolgt 1939. (165
1939Beginn des 2. Weltkrieges
1939Vockerode hat 815 Einwohner. (34
1940Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr am Dorfplatz wird fertiggestellt. Baubeginn war 1938.
1943Erster Luftschutzarlarm in Vockerode und Abwurf einer Notbombe durch amerikanische Luftverbände nahe des Kraftwerks (25
1945Am 27. April kommt die amerikanische Armee in den Ort. (25
1945Am 30. April wird die Autobahnbrücke über die Elbe gesprengt. Dies soll den Vormarsch der russischen Truppen erschweren.
1945 Im Zweiten Weltkrieg lassen 35 Männer ihr Leben. (25
1945Am 02. Mai Plünderung einer Russischen Kommission und infolgedessen einen Tag später der Abzug der Amerikaner (25
1945Am 08. Mai offizielles Ende des Zweiten Weltkrieges
1945Durch Verordnung des Präsidiums der Provinz Sachsen wird das Land Anhalt am 23. Juli nach mehr als 7 Jahrhunderten selbstständigen Bestehens mit der Provinz Sachsen zum Land Sachsen-Anhalt vereinigt. (95
1945Im September nimmt unter Leitung des Bürgermeisters die Bodenreformkommission ihre Arbeit auf. Bis zu 260 Umsiedler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, besonders aus dem Kreis Asch, werden nach Vockerode umgesiedelt
1946/47Der Winter 1946/47 ist außerordentlich hart. Von Dezember bis Anfang April ist die Elbe dick zugefroren und auf den Feldern entstanden große Frostschäden. Es folgte ein heißer und trockener Sommer. (165
1848Beginn der Deutschen Revolution 1848/49 (Märzrevolution) im Deutschen Bunde
1949Am 7. Oktober wird die DDR auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone gegründet
1950Die Gemeinden im Wörlitzer Winkel werdenam 9. Juni dem Landkreis Köthen zugeordnet. (17
1951Im Juli beginnt der Wiederaufbau des Großkraftwerkes Vockerode mit Errichtung des dritten Schornsteins. (165
1952Im Zuge der Zentralisierung der DDR wird das Land Sachsen-Anhalt aufgelöst und die Bezirke Halle und Magdeburg gebildet
1952Mit der Liquidation des Landtages von Sachsen-Anhalt werden die Gemeinden des Wörlitzer Winkels per Gesetz am 25. Juli dem Kreis Gräfenhainichen im Bezirk Halle zugeordnet.
1954Die Autobahnbrücke bei Vockerode wird endgültig wieder hergestellt. (165
1954Am 10. Oktober läuft die erste Turbine im Großkraftwerk Vockerode nach dem Wiederaufbau an. (204
1958Am 1. Juni kommt es zur Aufhebung der Lebensmittelkarten und zur Herstellung eines einheitlichen Preisniveaus in der DDR. (164
1958Das Kraftwerk Vockerode wird am 1. Juni von neun auf zwölf Turbo-Aggregate vergrößert. (164
1960Am 22. Juli, einem nebeligen Sommertag, prallte gegen 7.40 Uhr ein zweimotoriges Flugzeug vom Typ IL-I 4 der Nationalen Volksarmee gegen den Schornstein I des Kraftwerkes Vockerode. Bei diesem Flugzeugunglück kommen alle sieben Besatzungsmitglieder und ein Gerüstbauer ums Leben. (204
1963Horst Gallus gründet das Kinder- und Jugendbalsorchester Vockerode mit 12 Mitgliedern. Im Laufe der Jahre stieg die Mitgliederzahl auf über 100.
1969Am 15. September beginnt der Probebetrieb zur Fernwärmeversorgung der Stadt Dessau im Kraftwerk Vockerode. Dessaus Bürgermeisterin Thea Hauschild schaltet in einem feierlichen Akt die Umwälzpumpen ein. (74
1973Bildung der KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) Wörlitz, die die gesamten Flächen der umliegenden Gemeinden bearbeitet. (27
1980Die Elbetaler Blasmusikanten, welche aus dem Kinder- und Jugendblasorchester Vockerode hervorgegangen sind, treten erstmalig unter diesem Namen auf.
1990Am 3. Oktober trat die DDR der Bundesrepublik bei. Der Bezirk Halle wird aufgelöst und das Land Sachsen-Anhalt entsteht wieder.
1992Gründung des Musikverein Vockerode mit 35 Mitgliedern. Der Verein vereint ein Kinder- und ein Erwachsenenorchester und die Elbetaler Blasmusikanten unter der Leitung von Manfred Domnowski.
1994Bei der Kommunalwahl am 12. Juni wird Georg Schwarzer (FDP) zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.
1994Am 1. Juli werden die Gemeinden des Wörlitzer Winkels dem Landkreis Anhalt-Zerbst zugeordnet.
2001Deklarierung der Kraftwerkssiedlung als Baudenkmal durch das Landesamt für Denkmalpflege (25
2001Bei der Bürgermeisterwahl am 13. Mai wird Rüdiger Schmidt (SPD) mit 80,5% der Stimmen zum ehrenamtlichen Bürgermeister bestimmt.
2001Im Juli wird der Denkmalschutz für das Kraftwerk Vockerode aufgehoben. (25
2001Am 2. Juli erfolgte der erste Spatenstich für das Gewerbegebiet West auf dem Gelände der ehemaligen VEG Gewächshausanlagen
2001Am 22. September werden die vier Schornsteine des Kohlekraftwerkes, welche über Jahrzehnte das Ortsbild prägten, gesprengt.
2002Im August übersteht Vockerode die Jahrhundertflut der Elbe ohne größere Schäden. Die Deiche halten den Wassermassen Stand.
2009Vom 05. bis 06. Juni feierte Vockerode das traditionelle Wanderwegfest. Trotz Dauerregen am Nachmittag kamen zahlreiche Besucher und nutzten unter anderem auch die Gelegenheit den Kirchturm zu besteigen.
2009Am 07. Juni fanden die Kommunalwahlen 2009 statt. Die Wahlberechtigten waren aufgerufen die 12 Mitglieder ihres Gemeinderates neu zu bestimmen.
2009Bei der Bürgerbefragung zur Bildung der Einheitsgemeinde "Oranienbaum-Wörlitz" am 29. November stimmen nur 566 von 1.422 Wahlberechtigten ab. Im Endergebnis lehnt die überwiegende Mehrheit, 522 sagten "Nein", die Bildung der Einheitsgemeinde ab.
2010Nach einem Beschluss des Gemeinderates, welchem umfangreiche Beratungen unter der Leitung von Edgar Plöger (Linke) im Ausschuss für Ordnung und Sicherheit vorausgegangen waren, wird ab dem 28. Mai für alle Wohnbereiche des Ortes eine Tempo 30 Zone eingerichtet. Einzig die Landstraße 133 ist nicht Bestandteil dieser Zone.
2010Im Juli übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Vockerode ein neues allradgetriebenes Löschgrupenfahrzeug vom Typ LF 10-6. An den Gesamtkosten in Höhe von 266.500 Euro beteiligt sich das Land Sachsen-Anhalt mit 77.500 Euro.
2010Am 23. August erteilt Landrat Dannenberg der Gemeinde Vockerode die Genehmigung ein eigenes Wappen zu führen. Somit wird das seit Jahren genutzte Logo zum amtlich annerkannten Wappen der Gemeinde.
2011Mit der Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer-Winkel und Neubildung der Stadt Oranienbaum-Wörlitz werden am 01. Januar alle bisher in der Verwaltungsgemeinschaft zusammengeschlossenen Gemeinden zu Stadtteilen der neu gebildeten Stadt.
Quellennachweis
17) Ines Pinkert; Dorit Schulze: 300 Jahre Horstdorf 300 Jahre Horstdorf 1708-2008 - Die Geschichte der Gemeinde Horstdorf - 2008
25) Ines Pinkert: Diplomarbeit zur Geschichte der Gemeinde Vockerode - 2001
26) Ingrid Apel: Aus der Ortsgeschichte von Vockerode - 2001
27) Horst Jacobi; Fritz Walter: 775 Jahre Kakau - Streifzüge durch die Geschichte und Gegenwart der Gemeinde - 1976
34) : Statistik des dt. Reichs Band 550 - Amtliches Gemeindeverzeichnis - 1940
38) Dr. phil. Emil Weyhe: Landeskunde des Herzogtums Anhalt - 1907
43) Otto Lange: Chronik von Waldersee und Mildensee - 1956
48) Hermann Wäschke: Geschichte der Stadt Dessau - 1901
71) Gerd Lehmann; Gerlinde Schlenker; Manfred Wille: Geschichte in Daten Anhalt - 1994
73) Dr. Franz Brückner; Bernhard Heese: Dessauer Kalender 1963 - 1962
74) Dr. Hans Harksen; Helmut Fritsche: Dessauer Kalender 1978 - 1977
87) Ludwig Würdig: Chronik der Stadt Dessau - 1876
95) Siegfried Dohnert; Dr. Ulla Jablonowski: Stadt Chronik Dessau 1945 - 1949 - 1988
142) Franz Abendroth; Eberhard Ehlert; Dr. phil. Julie Harksen: Dessauer Kalender 1962 - 1961
163) Dr. Hans Harksen; Dr. phil. Julie Harksen; Bernhard Heese: Dessauer Kalender 1961 - 1960
164) Franz Abendroth; Dr. Hans Harksen; Bernhard Heese: Dessauer Kalender 1959 - 1958
165) Dr. phil. Julie Harksen; Dr. Hans Harksen; Bernhard Heese: Dessauer Kalender 1957 - 1956
186) : Mitteldeutsche Zeitung -
204) Klaus Hothmann; Ursel Kühn; Erich Richter: Kraftwerk Vockerode - 1994

Die komplette Aufstellung der für die Erstellung dieses Webprojektes verwendete Literatur findet Ihr im Literaturverzeichnis.