Geschichte der Region Anhalt

Die Geschichte der Region Anhalt
Standbild Leopold Friedrich Franz (1740-1817) in Dessau

Anhalt als politische Einheit gibt es seit 1945 nicht mehr. Was geblieben ist, ist das in den Jahrhunderten gewachsene Zusammengehörigkeitsgefühl in den Städten und Dörfern des Anhaltlandes.

Historisch erstreckt sich Anhalt zwischen Ostharz und Wörlitzer Winkel und zwischen Fläming und Stadt Jeßnitz. Besonders in den Städten Dessau, Köthen, Bernburg, Zerbst und Aschersleben finden sich noch heute viele Zeugnisse aus der Geschichte der Region Anhalt.

Der Name Anhalt stammt von der gleichnamigen Burg Anhalt im Harz, welchem dem Land und dem Fürstengeschlecht den Namen gab. Die Burg, von der heute nur noch wenige Reste zeugen, lag auf dem großen Hausberg über dem Selketal zwischen Harzgerode und Ballenstedt.

Als Geburtsstunde Anhalts gilt das Jahr 1212. Nach dem Tode von Bernhard (Sohn von Albrecht des Bären) hinterließ er seinem ältesten Sohn Heinrich die anhaltischen Stammlande, welcher sich als erster Fürst von Anhalt nannte und als Stammvater des Askaniergeschlechts gilt. Im Jahre 2012 feiert Anhalt sein 800-jähriges Bestehen.

Das Herzogliche Wappen an der Evangelischen Kirche zu Vockerode

Nach dem Tode von Bernhard I. im Jahre 1212 erbt sein Sohn Albrecht Sachsen, dessen askanisches Herzoghaus später in die Linien Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg spaltet. Sein Sohn Heinrich I. (1212-1245) erbt die anhaltischen Gebiete.

Heinrich I. nennt sich als erster 1218 Fürst von Anhalt, nach der Burg Anhalt über dem Selketal, und begründet damit die eigentliche Geschichte Anhalts als ein für sich bestehendes Territorium. Auf ihn gehen die Grafen, Herzöge und Fürsten zurück. Gestützt auf umfangreichen Allodialbesitz zwischen Harz und Elbe und auf Vogtei und Schutzrechte über die Abteien Nienburg und Gernrode denen die anhaltischen Askanier ihre Macht immer weiter aus.

Mit dem Tode Heinrich I. teilen seine Söhne das Land auf und begründen die Linien Aschersleben, Bernburg und Zerbst. In der Folgezeit kommt es durch Erbteilungen immer wieder zur Zersplitterung des Landes bis 1863, durch Aussterben der Linien von Köthen und Bernburg, das Land Anhalt vereinigt wird und Dessau, der Stammsitz der Linie Anhalt-Dessau, zur Hauptstadt wird.

Die Zersplitterung der deutschen Kleinstaaten im 18. und 19. Jahrhundert führte auch zu unzähligen Enklaven in den angrenzenden Staaten. Ursache waren meist komplizierte Erbauseinandersetzungen, Mitgiften oder Verkäufe.

Brand des Rathauses in Dessau im April 1910

In der Region Anhalt kam es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Katastrophen. Teilweise durch die Natur aber doch zum überwiegenden Teil durch den Menschen verursacht brachten diese Katastrophen Not und Unheil über die Anhalter.

Während die Natur in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen das Anhalter Land zwischen Elbe und Mulde unter Hochwasser setzt hat der Mensch immer wieder für größere Katastrophen gesorgt.

Buchcover "Uff's Maul jekuhkt" von Willy Krause anhaltische Mundartdichtung

Diese Bibliografie soll zum Erhalt unseres kulturellen Erbes beitragen, altes und neues Interesse wecken sowie Zeugnis unserer zum Teil in Vergessenheit geratener Heimatdichter sein.

Es war mein Hauptanliegen mit der hier vorliegenden Bibliografie, eine Informationsquelle zu schaffen, die es jedem Heimat- und Mundartinteressierten ermöglicht, ohne umständliche Recherchen in den vielen bibliografischen Einzelquellen, sich einen schnellen Gesamtüberblick der in Anhalt von 1892 2010 erschienenen Mundartliteratur verschaffen zu können.

Vor allen für Heimatvereine die sich der anhaltischen Mundartpflege- und Erforschung widmen soll sie eine wertvolle Quelle sein.

In meiner Ausführung habe ich mich aber nur auf alle in Buchform bzw. in Broschur erschienene Literatur beschränkt.

Natürlich sind zahlreiche Mundart- Gedichte, Erzählungen, Sagen und Anekdoten in regionalen Zeitschriften, Beilagen und Heimatkalendern publiziert worden.

So im: Anhalter Anzeiger, Anhalter Staatsanzeiger, Anhalter Bär, Anhalter Kurier, Serimunt, LDZ, MNN, Mitteldeutschen Zeitung sowie in den Heimatkalendern der anhaltischen Städte Bernburg, Coswig, Dessau, Jeßnitz, Rosslau, und Zerbst.

Das literarische Interesse an der anhaltischen Mundart in der Bevölkerung, wurde um 1900 hauptsächlich durch Hermann Wäschkes "Anhältsche Dorfjeschichten" auch als "Paschlewwer Jeschichten" bekannt sowie von einigen Mundartplaudereien von Dr. Erich Richter z. Bsp. "De Fahrt nah Werl`tz un anderes" geweckt. Für den Bernburger Raum sei Georg Müller genannt der Mitte der 1920`ziger Jahre in Mundart veröffentlichte. In den 1930`ziger Jahren traten der Dessauer Volksschauspieler Hugo Jäger und der Grafiker Karl Wittig schriftstellerisch in Erscheinung.

Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu immer weniger Publikationen. Ausnahmen waren der Dessauer Schuhmacher Willibald Krause und Pfarrer Erich Elster. In der Zeit von 1970-1990 kam es nur sehr selten zu Veröffentlichungen so zu Hermann Wäschke und Leo Löwenthal. Erst nach 1990 erfuhr die Anhaltische Mundart- und Pflege wieder größere Aufmerksamkeit und Belebung, was zu zahlreichen Neuveröffentlichungen führte. Im Zeitraum 1990-1999 kam es von folgend aufgeführten Heimatschriftstellern zu Veröffentlichungen; Willibald Krause, Willy Ethner, Franz Schmidt, Lothar Götze, Karl Jahns und Armin Assmann. Aber auch nach dem Jahre 2000 hielt dieser erfreuliche Trend an. So wurde von Gerda Klose, Olaf Thäder, Karl Riedel, Karsten Lückemeyer, Armin Assmann und Harald Wieschke Mundartliteratur publiziert. Als Reprint von Karl Wittig, Bernhard Heese, Franz Paul Baege, Hermann Wäschke, Leo Löwenthal, Georg Müller und Friedrich Hoffmann.

Autor: Marcel Michaelis
Joachim Ernst von Anhalt (1901-1947)

Wie jede Stadt ihre berühmten Söhne und Töchter hat gilt dies auch für jede Region. Das kleine Land Anhalt kann mit großem Stolz auf eine Vielzahl, auch über die Landesgrenzen hinaus, bekannter Persönlichkeiten verweisen.

Neben den hinlänglich bekannten Anhaltern, wie z.B. Hugo Junkers oder Fürst Franz von Anhalt-Dessau sollen vor allem auch wichtige, aber weniger bekannte Persönlichkeiten aus Anhalt vorgestellt werden. Hierzu zählt unter anderem Hermann Wäschke.

Federzeichnung nach Max Korn von der Sage vom Krötenring

So wie in fast allen Regionen Deutschland gibt es auch in unserer Region Anhalt-Dessau einige Sagen, welche unglaubhafte, fantastische Ereignisse, die aber als Wahrheitsbericht aufgebaut sind oder auf tatsächlichen Begebenheiten beruhen, wiedergeben.

Neben den bekannten Sagen vom Krötenring und vom Falschen Waldemar haben wir auch einige weniger bekannte Sagen, wie die Sage von der Weißen Frau von Waldeser. Auch wenn die Sagen ein manches Mal recht unglaubwürdig klingen mögen geben sie uns doch einen sehr guten Einblick in die Zeit, als Aberglaube und Phantasie das fehlende Wissen ersetzten.

Im Besonderen die Sage über die Lützower bei Vockerode bringt uns sehr bildhaft die Zeit der Napoleonischen Kriege näher und besingt der Anhalter Heldenmut und deren Liebe zum Vaterland in einer von Krieg und Not gekennzeichneten Epoche.

Der Meilenstein an der K2376 zwischen Wörlitz und Coswig.

Recht unscheinbar sieht man sie an den alten Chaussee-Straßen, welche in Richtung Dessau oder Zerbst führten. Sie sind rund, etwa 1m hoch, mit der Aufschrift I, II oder III Meilen oder Myriameter von Dessau oder Zerbst.

Meilensteine geben die Entfernung bis zur alte Residenzstadt Dessau in Meilen an. Die Besonderheit der anhaltischen Steine ist die schlichte und einfache Form, welche höchstwahrscheinlich auf Schinkels Entwürfe zurückzuführen ist.

Hier soll der geschichtliche Hintergrund kurz skizziert und die noch vorhandenen stummen Zeitzeugen dokumentiert werden.