Geschichte der Gemeinde Kakau

Kakau - Die Geschichte von der Entstehung bis zur Gegenwart
Historische Pferdespritze der Freiwilligen Feuerwehr Kakau

Die Geschichte der Gemeinde Kakau reicht bis in das Jahr 1201 zurück, als der Ort im Codex Diplomaticus Anhaltinus erstmalig urkundlich erwähnt wurde.

Der Ort und somit auch der Ortsname Kakau sind höchstwahrscheinlich slawischen Ursprungs. Der Ort ist ein sehr verzweigtes Haufendorf welches im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Ende des 17. Jahrhunderts wurde es ein bevorzugter Ort zur Anlage von Hopfengärten.

Nach der vollständigen Zerstörung während des Dreißigjährigen Krieges wird der Ort wieder aufgebaut und entwickelt sich in der Folgezeit zum größten Ort im Amt Oranienbaum.

Kakau um 1900 nach Dr. Emil Weyhe in seinem Buch Landeskunde des Herzogtum Anhalt
Historische Postkarte - Kakau um 1908

Kakau, mundartlich Kake, in Oranienbaum eingepfarrt, 62 m, liegt nordöstlich von Oranienbaum zu beiden Seiten des Kapengrabens, der größere Teil südlich. Das Dorf beginnt östlich des sogenannten Kleinen Grabens, der aus Preußen kommt, den Kakauer Teich speist und sein Wasser dem Kapengraben zuführt, und endet südlich von einem hier mit dem Kapengraben gleichlaufenden Fließ. Die Häuser ordnen sich, meist sehr zerstreut, in einzelne Gruppen, dazwischen Gärten und Wiesen, besonders aber Äcker, so daß die Dorfstraßen eine beträchtliche Länge erreichen. Der Friedhof liegt in der Nähe des westlichen Dorfausganges, die Schule, ein ansehnliches, zweistöckiges Gebäude, unweit des SO-Endes, und zwar an der Ecke einer Straße, in der ausnahmsweise die Häuser mehr zusammengedrängt sind. Gegenüber arbeitet die Dampfmolkerei. 1207 wird Kakowe unter den Dörfern genannt, die der Wörlitzer Kirche von jeder Hufe ein Scheffel Getreide zu geben hatten (I763). 1313 heißt das Dorf Cakow (III25) 1548 "hat Kaka keine Gemeinde" (das heißt Dorfmark). Jedem der 17 Einwohner war von der Herrschaft auf dem "Steingraben" ein Stück Acker gegeben worden, der zur Aussaat von 1 Scheffel Sommerkorn ausreichte (Wö. S. 1548). Demnach hatte die Dorfgemeinde ihren Acker verloren, und das ist jedenfalls so zu erklären, daß Kakau eine Zeitlang wüst gewesen und im 16. Jahrhundert wieder besetzt worden ist.

1787 wurden 629 Einwohner gezählt. 1818 wohnten in 116 Häusern 75 Dörfler, 1830 in 115 Häusern 704, 1871 in 134 Häusern 787. 1900 war die Einwohnerzahl auf 652 all evangelisch) zurückgegangen. Auf 152 Haushaltungen verteilten sich 136 Ehemänner, 137 Ehefrauen, 13 Witwer, 38 Witwen, 1 Geschiedene, 173 männliche und 154 weibliche Ledige; 1904 153 Häuser, 1905 699 Einwohner. Gemeindebezirk 417 ha (301, 17 Äcker und Gärten, 56 Wiesen, 11,76 Haus- und Hofräume, 2 Unland, 22,28 Wege usw., 24,50 ha Kiefern-Hochwald). 126 Häuser hatten Vieh: 75 Pferde, 544 Rinder, 1037 Schweine, 165 Ziegen, 125 Gänse, 19 Enten, 2015 Hühner, 6 Puter und 2 Perlhühner; 1 Bienenstock mit unbeweglichen Waben.

Aus Emil Weyhe - Landeskunde des Hezogtum Anhalt Seiten 1907 (38
Chronologie der Geschichte

Hier ein paar wichtige Jahreszahlen aus der Geschichte der Gemeinde Kakau mit den dazugehörigen Ereignissen. Die kursiven Angaben dienen zur besseren Orientierung.

Jahr Ereignis
1201Im Codex Diplomaticus Anhaltinus wird unter den Orten, welche Abgaben an die Wörlitzer Kirche zu entrichten haben, der Ort Kakau zum ersten Male urkundlich erwähnt. (27
1207Unter 38 Ortschaften, die Abgaben an die Kirche in Wörlitz entrichten müssen, wird auch der Ort "Cacowe" genannt. (27
1497Fürst Magnus berichtet über die Pest in Anhalt. (71
1517Beginn der Reformation mit der Veröffentlichung Luthers Thesen in Wittenberg
1548Kakau zählt 17 Familien (27
1548Gründung des Vorwerkes "Grüner Hof", der im Jahre 1871 mit 79 Einwohnern seine größte Einwohnerzahl erreicht. (27
1603Die fünf anhaltischen Fürsten beschließen den Rezeß "Gesamte brüderliche Erbteilung de dato Dessau den 30. Juni 1603" und somit die Aufteilung Anhalts im Jahre 1606. (71
1618Beginn des Dreißigjährigen Krieges
1620Kakau zählt etwa 300 Einwohner und besitzt 41 Wirte und 7 Hausgenossen. (27
1626Im Pestjahr 1626 sterben 14 der etwa 300 Einwohner.
1626Am 14. Mai wird ein Kakauer in Wörlitz als Totengräber angestellt.
1637Der Ort wird am 4. März von schwedischen Truppen niedergebrannt. (27
1640Im Kirchenregister werden 2 Geburten und 4 Sterbefälle registriert.
1645Im Kirchenregister werden 4 Geburten und 3 Sterbefälle registriert.
1648Ende des Dreißigjährigen Krieges
1653Erlass einer Gemeindeordnung mit dem Ziel einer Wiederansiedlung der nach dem Krieg verlassenen Güter.
1662Kakau wird wieder als bewohnter Ort erwähnt (27
1666Das Nischwitzer (heute Oranienbaum) Kirchbuch verzeichnet erstmals Kakau Kommunikanten (Abendmalgäste). Bis dato war Kakau nach Wörlitz eingepfarrt.
168330. März die Magd Katharine Miertsch, Tochter des Peter Miertsch in Kakau, wird in Rehsen vom Wachtmeister Hans von Lochau wegen "Überfütterung des Viehs" durch zwei Schläge mit einem Prügel getötet. Es folgt ein langer Rechtsstreit.
1685Am 22. Dezember wird der Wachtmeister Hans von Lochow für den Todschlag an der Magd Katharine Miertsch am 30. März 1683 zu einer Geldstrafe von 100 Talern, zu zahlen an die Kirche in Oranienbaum, verurteilt. (165
1708/09Fürst Leopold von Anhalt-Dessau lässt die "Kakauer Teiche" als Sammelteich zur Versorgung der von der Fürstin Henriette Katharina neu gegründeten Stadt Oranienbaum und des dazugehörigen Schlossgartens anlegen. (35
1716Der Weisesche Gasthof als Sitz des Erbrichters erhält das Schankrecht durch den "Alten Dessauer".
1724Im September kommt es zum Ausbruch der Rinderpest in Kakau und Riesigk. (17
1751Nieder- und Ober-Förste werden als Vorwerke der Wörlitzer Domäne von Fürst Leopold II. Maximilian (1700 bis 1751) gegründet. Aus diesen Vorwerken entwickeln sich Rotehaus - später Rotehof - und Grünehof (jetzt Gemeinde Kakau, in den 1970er Jahren abgerissen).
1759Im Erbzinsbuch gibt es 91 Eintragungen. Dies entspricht ca. 550 Einwohnern. (27
1767Nach einem Deichbruch in Wörlitz fuhren am 28. April Gespanne aus Horstdorf, Wörlitz, Rotehof, Kakau, und Schönitz Erde zur Reparatur heran.
1770Am 8. April wurde durch das Frühjahrshochwasser der Elbdeich an 2 Stellen aufgerissen wodurch sich das Wasser im Wörlitzer Winkel ausbreitete. Nachdem das Wasser für 6 Wochen bei gleichem Pegel stand war Horstdorf an Weihnachten immer noch überflutet.
1772In Pestjahr gibt es 162 Pestopfer in Oranienbaum, Kakau und Brandhorst.
1787In Kakau werden 629 Einwohner gezählt (27
1789Fürst Franz von Anhalt-Dessau kauft die Kakauer Teiche an und nutzt diese als Fischteich und zur Schilfrohrnutzung. Das Schilfrohr wurde zum im Bau zur Schalung von Zimmerdecken genutzt. Die Teiche wurden auch als Badeteich genutzt. (35
1806Napoleon beginnt den 4. Koalitionskrieg gegen Preußen und Sachsen
1806Am 22. Oktober zogen 15.000 französische Soldaten durch den Wörlitzer Winkel. Ein weiterer Truppendurchmarsch fand am 24. Oktober statt.
1809Am 3. März berichten Kakauer Anspänner von den Belastungen durch die zu leistenden Fuhrarbeiten im Zusammenhang mit dem Bau einer Brücke über den Schrothemühlengraben an die Regierung in Dessau. Aus der Mitteilung geht hervor, dass die Arbeiten nicht ausgeführt werden können, da man beim Einmarsch der französischen Truppen 34 Pferde verloren hatte.
1813Preußische Truppen setzten am 2. April über die Elbe und durchzogen anschließend den Wörlitzer Winkel. Es folgten am 9. April 16 Batalionen Fußvolk und 4 Reiterregimenter mit Ziel Wittenberg.
1813Ende September rücken nach dem Waffenstillstand Kosaken und verbündete schwedische Truppen in den Wörlitzer Winkel ein.
1813Am 23. September kommt es im Wörlitzer Winkel zu einem Gefecht zwischen russischen Kosaken und Husaren mit sächsischen Reitern welche dabei in Gefangenschaft geraten.
1813Eintritt Preußens in die Befreiungskriege gegen das napoleonische Frankreich am 17. März.
1815Ende der Befreiungskriege gegen das napoleonische Frankreich.
1817Neubau eines Schulhauses. Grund war die Baufälligkeit des alten Schulgebäudes.
1818Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wohnten in 116 Häusern 725 Einwohner (27
1818Wegen Baufälligkeit des alten Schulhauses sollte ein neues errichtet werden. Kosten 1.215 Taler. 25 Fuhrleute mit 23 Fuhrwerken mussten alle Baustoffe heranschaffen unter anderem auch Steine vom abgebrochenen Orangeriehaus in Oranienbaum. (27
1833Es gibt 115 Häuser mit 704 Einwohnern.
1844Vertreter der Kirche wollen ein Gotteshaus in Kakau errichten. Die Vertreter der Gemeinde lehnen dies ab. Im gleichen Jahr wird der Bau einer 3. Schenke genehmigt. (27
1848Beginn der Deutschen Revolution 1848/49 (Märzrevolution) im Deutschen Bunde
1849Ende der Badischen Revolution und symbolischer Endpunkt der Deutschen Revolution 1848/49 (Märzrevolution)
1866Deutscher Krieg zwischen Deutschen Bund und Königreich Preußen und in der Folge 1871 Beitritt des Herzogtums Anhalts zum Deutschen Reich
1867Kakau wird als größtes Dorf im Bezirk Oranienbaum mit 826 Einwohnern, 129 Häusern und 2 Schulen genannt. (27
1870Beginn des Deutsch-Französische Krieges zwischen dem Kaiserreich Frankreich und den deutschen Staaten unter der Führung Preußens
1871Ende des Deutsch-Französische Krieges zwischen dem Kaiserreich Frankreich und den deutschen Staaten unter der Führung Preußens
1871/72Die Kakauer Teiche gehen, nach einer Auseinandersetzung zwischen dem Herzogenhaus und dem anhaltischen Staat, in fiskalischen Besitz über. Die Teichen werden auf Meistgebot an Julius Born, den damaligen Besitzer der Wassermühle (Kakauer Mühle) verkauft. (35
1878/79Ein neues Schulgebäude wurde errichtet. Das Gebäude ist heute noch vorhanden. (27
1883Der Gemeinderat beschließt, dass bei Feuer derjenige die Bespannung vornehmen soll, der als erster eintrifft. (27
1886Aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 1. Februar geht hervor, dass die 80 Jahre alte Feuerwehrspritze sich in einem sehr schlechten Zustand befindet und bei der herzoglichen Regierung ein Antrag gestellt wurde, zwei Drittel der Kosten für eine Neuanschaffung zu übernehmen. (27
1894Am 22. September fährt erstmals ein Zug die Strecke Dessau-Oranienbaum-Wörlitz. Einen Tag zuvor fuhr die letzte Postkutsche nach Dessau. (27
1904Vereinigung der Landwirte zu einer Genossenschaft und Bau einer Genossenschaftsmolkerei, die 1940 geschlossen wird (27
1905Die Gemeinde Kakau zählt 699 Einwohner, der Gemeindebezirk umfasst 417,71 ha Grund und Boden. (27
1908Eine Pflichtfeuerwehr wird aufgestellt. (27
1909Am 4. September brannte ein Stall des Gastwirts Puhle, in welchem sich Holz und Stroh befand, vollständig ab. Um 7 Uhr ging das Feuer auf und war gegen 8 Uhr schon von der Feuerwehr auf den Herd beschränkt. Der Stall mit Inhalt war nicht versichert. (32
1910Am 16. April war im Wittenberger Tageblatt folgende Anzeige erschienen. "Jagd-Verpachtung. Die der Gemeinde Kakau gehörige Jagd von zirka 1.500 Morgen, grenzt an Königliche Preußische Forsten an, Bestand Hochwild, Reh und Hasen soll Donnerstag den 28. April 1910 im Gasthof zum Deutschen Kaiser in Kakau, nachmittags 3 Uhr öffentlich meistbietend verpachtet werden. Bedingungen im Termin. Der Gemeindevorstand." (186
1910Es gibt 134 Häuser mit 631 Einwohnern
1910Am 18. Mai war im Wittenberger Tageblatt unter der Rubrik Oranienbaum zu lesen: Ein tragischer Unglücksfall hat sich in dem benachbarten Kakau zugetragen. Als der 18 jährige Albert Kunze hinter dem elterlichen Grundstück Blumen suchte, wurde er plötzlich von Krämpfen befallen und geriet in eine Wassergraben. Da Hilfe nicht zur Stelle war, ertrank der Bedauernswerte. (186
1910Am 30. August war in der Wittenberger Allgemeinen Zeitung zu lesen: Kaum ist die Rebhuhnjagd eröffnet und schon treffen die ersten Nachrichten von Jagdunfällen ein. Der Lehrer H. von hier hatte das Unglück, bei Ausübung der Hühnerjagd durch eine Schrotladung seinen Kollegen und noch einen anderen Jagdteilnehmer im Gesicht schwer zu verletzen. (186
1913Am 20. Februar gründet Ernst Richter die Freiwillige Feuerwehr Brandhorst-Kakau. (21
1914Beginn des 1. Weltkrieges
1914Lehrer Adolf Menzel aus Kakau wird als Friedensrichter im Amtsgerichtsbezirk Oranienbaum für Horstdorf, Kakau und Brandhorst erwähnt. (17
1918Ende des 1. Weltkrieges
1918Am 12. November wird aus dem Herzogtum Anhalt eine Republik, da Prinzregent Aribert sich nach Straßendemonstrationen gezwungen sah, im Namen des noch minderjährigen Herzogs Joachim Ernst von Anhalt und der gesamten anhaltischen Fürstenfamilie auf den Thron zu verzichten.
1918Mit der Gründung des Freistaates Anhalt am 12. November 1918 und der Aufteilung in 5 Kreise gehörte Kakau bis 1933 zum Kreis Dessau.
1919Entstehung der Weimarer Republik
1919Im Amtsblatt für Anhalt wird am 22. April eine Ländliche Spar- und Darlehnskasse und Umgebung GmbH mit Sitz in Horstdorf erwähnt. (17
1925Am 16. Juni hat der Ort 135 Häuser mit 651 Bewohnern (319 männlich und 332 weiblich). Es gab zu diesem Zeitpunkt in Kakau 107 landwirtschaftliche und 6 gewerbliche Betriebe.
1926In einem Reiseführer wird Kakau als Dorf mit 672 Einwohnern erwähnt. Genannt werden auch die Gasthöfe Zum Prinzen Aribert (Max Keil), Zum Deutschen Kaiser (Fr. Weise) und August Heinze sowie eine Restauration Franz Haendler. (187
1927Der Kakauer Gastwirt Heinrich Merseburger wird als Besitzer der Kakauer Teiche erwähnt. (35
1933Ende der Weimarer Republik und Beginn der Nazidiktatur.
1933Am 13. März werden die Gemeinden des Wörlitzer Winkels dem Landkreis Dessau-Köthen zugeordnet und verbleiben dort bis zum 9. Juni 1950. (17
1933Kakau hat 659 Einwohner (34
1939Beginn des 2. Weltkrieges
1939Kakau hat 689 Einwohner (34
1939Die Molkerei im Ort wird geschlossen. Die Milch wird danach in die Molkerei nach Horstdorf zur Weiterverarbeitung verbracht. (17
1940Die Straßen der Gemeinden Kakau erhalten Ihre heutigen Namen. (27
1943Am 20. Oktober um 23.30 Uhr wird das ehemalige Vorwerk Grünehof von einer Luftmine getroffen. (17
1945Der Einmarsch russischer Truppen erfolgte am 04. oder 05. Mai.
1945Am 08. Mai offizielles Ende des Zweiten Weltkrieges
1945Durch Verordnung des Präsidiums der Provinz Sachsen wird das Land Anhalt am 23. Juli nach mehr als 7 Jahrhunderten selbstständigen Bestehens mit der Provinz Sachsen zum Land Sachsen-Anhalt vereinigt. (95
1945/46Während der Bodenreform werden 297 ha Acker- und Weideland in Kakau enteignet und an landlose Arbeiter verteilt. (27
1946Hermann Grune aus Kakau wird vom sowjetischen Lager Mühlberg in die Sowjetunion verschleppt. Er wird in eine Wehrmachtsuniform gesteckt und als angeblicher Kriegsgefangener zur Zwangsarbeit gezwungen. Er kehrt lebend zurück verliert aber beide Beine. (30
1946Im Herbst 1946 wird die erste Gemeindevertretung nach dem Ende des 2. Weltkrieges gewählt. Es werden die Namen Hermann Költzsch, Richard Richter, Wilhelm Reinhardt, Otto Möser, Elli Priebst, Ernst Diener, Herbert Berlin, Willi Albrecht, Karl Matthey und Albert Richter als Mitglieder der "antifaschistisch-demokratischen Gemeindevertretung" genannt. (27
1946/47Der Winter 1946/47 ist außerordentlich hart. Von Dezember bis Anfang April ist die Elbe dick zugefroren und auf den Feldern entstanden große Frostschäden. Es folgte ein heißer und trockener Sommer. (165
1948/52Unter Landrat Lenkert wird eine Diskussion zur Zusammenlegung der Orte Kakau und Horstdorf geführt. In einer demokratischen Abstimmung entschieden sich beide Orte gegen den Zusammenschluss. (17
1949Am 7. Oktober wird die DDR auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone gegründet
1950Die Gemeinden im Wörlitzer Winkel werdenam 9. Juni dem Landkreis Köthen zugeordnet. (17
1950Die 7. und 8. Jahrgangsstufe der Schule in Kakau werden im Rahmen der Zentralisierung im Schulwesen nach Oranienbaum übernommen. (27
1952Im Zuge der Zentralisierung der DDR wird das Land Sachsen-Anhalt aufgelöst und die Bezirke Halle und Magdeburg gebildet
1952Mit der Liquidation des Landtages von Sachsen-Anhalt werden die Gemeinden des Wörlitzer Winkels per Gesetz am 25. Juli dem Kreis Gräfenhainichen im Bezirk Halle zugeordnet.
1952Einrichtung des ersten Kindergartens für die Kinder von 3-6 Jahren am 1. Juni in einer Klasse der Schule. (27
bis1952gehörte Kakau zum Landkreis Dessau-Köthen
1952Kakau ist eine Gemeinde im Kreis Gräfenhainichen der zum Bezirk Halle gehört.
1954Durch die Einzelbauern Willi Voigt, Walter Lücke, Wilhelm Reinhardt, Erich Strömer und Willi Heinze wird am 17. März die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) "Clara Zetkin" gegründet. (27
1955Alle Schüler ab der 4. Klassenstufe werden nach Oranienbaum übernommen. In Kakau verbleiben nur die Klassen 1 bis 3. (27
1956Am 1. Mai wird die Gemeindeschwesternstation im Ort eröffnet. Während die Gemeindeschwester ständig vor Ort ist findet einmal wöchentlich eine Arztsprechstunde statt. (27
1956Die Konsum-Genossenschaft Gräfenhainichen erwirbt die ehemalige Gaststätte Paufler und eröffnet eine Konsumgaststätte im Ort. (27
1956Willy Händler erhält die Genehmigung zur Eröffnung einer Korbmacherwerkstatt. (27
1957Am 1. Januar wird die LPG "Neuer Weg" Typ III aus der ehemaligen LPD "Clara Zetkin" gegründet. Erster Vorsitzender wird Otto Zich. (27
1957Der ehemalige Kultursaal der LPG "Clara Zentkin" wird zur Konsum-Verkaufsstelle ausgebaut. (27
1958Das Gebäude des Rates der Gemeinde mit Feuerwehrgerätehaus wird am 1. Mai eingeweiht. (27
1958Am 1. Juni kommt es zur Aufhebung der Lebensmittelkarten und zur Herstellung eines einheitlichen Preisniveaus in der DDR. (164
1959Mit dem Zusammenschluss von 57 einzelbäuerlichen Betrieben entsteht am 11. September die LPG "Freundschaft" Typ I mit 110 Mitgliedern. Oswald Lohmann wird Vorsitzender. (27
1960Am 30. März wird die Gemeinde zum "Volksgenossenschaftlichen Dorf" und die LPG "Freundschaft" bewirtschaftet 613 ha Nutzfläche. (27
1960Mit dem Anschluss an die Buslinie K243 (Oranienbaum-Rehsen, Vockerode) wird die Verkehrsanbindung an die Städte Gräfenhainichen, Dessau und Wittenberg verbessert. (27
1960Die LPG "Neuer Weg" wird von der LPG "Edwin Hoernle" am 1. Juli aufgenommen. (27
1961Der Schulhort wird am 01. Juni eröffnet. (27
1962Eine Friseurstube und eine Außenstelle der Post eröffnet in Kakau. (27
1963Mit Einstellung eines zweiten Lehrers wird der Mehrstufenunterricht (mehrere Klassenstufen werden in einer Klasse unterrichtet) weiter eingeschränkt und die Schüler der 3. Klasse aus Horstdorf und Kakau werden in einer Einstufenklasse unterrichtet. (27
1963Zur Verbesserung der Dienstleitung wird im Ort eine Reparaturbrigade "1000 kleine Dinge" gegründet. (27
1964/65Mit der "Pauls-Brücke" entsteht ein neuer Zufahrtsweg für die Landwirtschaft über dem Kapengraben. (27
1967Die BHG Oranienbaum (Bäuerliche Handelsgenossenschaft) errichtet gemeinsam mit der LPG eine Kartoffelsortieranlage im Ortszentrum. (27
1967Baubeginn für das Rinderkombinat Kakau. (27
1968Die LPG "Freundschaft" Kakau Typ I schließt sich ab 1. Januar der LPG "Edwin Hoernle" Goltewitz Typ III an. (27
1969Gründung des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (Sparte Foxterrierzüchter) in Kakau. (27
1970Abschaffung des Mehrstufenunterrichts in Kakau und Horstdorf. Die Klassen 1 bis 3 werden erstmalig in der Geschichte der Schulen in Einstufenklassen unterrichtet. (27
1970Inbetriebnahme der 1,2 Kilometer langen Milchleitung vom Rinderkombinat Kakau zur Milchsammelstelle Horstdorf. (27
1970Schaffung einer "Annahmestelle für Propangas". Dort können leere gegen volle Flüssiggasflaschen getauscht werden. (27
1971Beginn des Verlegens von Gehwegplatten innerhalb der Ortslage. (27
1973Am 9. Februar wird der Gemeindeverband Oranienbaum aus den Gemeinden Kakau, Horstdorf, Brandhorst und der Stadt Oranienbaum gebildet. Dieser bestand bis zum Juni 1994. (27
1973Offizielle Einweihung des Kindergartens im Ort durch den Bürgermeister Fritz Walter.
1973Bildung der KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) Wörlitz, die die gesamten Flächen der umliegenden Gemeinden bearbeitet. (27
1973Die Kartoffelsortieranlage Kakau wird durch die KAP Wörlitz von der BHG Oranienbaum übernommen. (27
1973Am Rinderkombinat Kakau beginnen Ausbau- und Erweiterungsarbeiten. Es entsteht eine Milchviehanlage für die Orte Goltewitz, Horstdorf, Brandhorst, Riesigk und Kakau. (27
1974Die Straße zur Milchviehanlage wird mit einer Bitumendecke befestigt. Kosten 184.000 Mark. (27
1974Die Gemeinde Kakau wird an die zentrale Müllabfuhr angeschlossen. (27
1974Die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) Kakau übergibt am 7. Oktober einen neu eingerichteten Jugendraum mit Schießhalle an die Gemeinde. (27
1975Die DDR-Meisterschaften der Sparte Foxterriererzüchter werden auf der Schliefanlage Kakau an Fuchs und Dachs ausgetragen. (27
1975Der Gemeinde Kakau wird am 01. Mai der Titel "Bereich vorbildlicher Ordnung und Sicherheit" verliehen. (27
1987Der Deutsche Anglerverband der DDR (DAV) wird als Besitzer der Kakauer Teiche erwähnt. (35
1990Am 3. Oktober trat die DDR der Bundesrepublik bei. Der Bezirk Halle wird aufgelöst und das Land Sachsen-Anhalt entsteht wieder.
1994Am 1. Juli werden die Gemeinden des Wörlitzer Winkels dem Landkreis Anhalt-Zerbst zugeordnet.
1999Die Kindertagesstätte Sonnenblume im Ort wird am 1. Oktober als Zweigstelle der Kindertagesstätten in Oranienbaum durch die Bürgermeister Gerd Herzog (Kakau) und Uwe Zimmermann (Oranienbaum) erneut eingeweiht.
2001Bei der Bürgermeisterwahl am 16. September wird Gerd Herzog zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.
2002Die Jahrhundert-Flut der Elbe überflutet Teile des Ortes. Vor allem die Grundstücke am Konvensteig sind betroffen.
2005Am 01. Januar wurde Kakau durch den Zusammenschluss der Verwaltungsgemeinschaften Oranienbaum und Wörlitz Teil der Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer Winkel.
2007Am 01. Juli wird Kakau als Teil der Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer Winkel im Rahmen der Gemeindegebietsreform und der damit verbundenen Auflösung des Landkreises Anhalt-Zerbst dem Landkreis Wittenberg zugeordnet.
2008Bei der Bürgermeisterwahl am 20. Juli wird Werner Hönicke zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.
2009Am 02. Oktober begeht die Kindertagesstätte "Sonnenblume" den 10. Jahrestag ihrer Wiedereröffnung.
2009An der Bürgeranhörung zur Bildung der Einheitsgemeinde "Oranienbaum-Wörlitz" am 29. November beteiligen sich nur 12 Prozent der 513 Abstimmungsberechtigten. Von den 61 Wählern stimmten 52 mit "Ja" und somit für die Bildung der Einheitsgemeinde.
2010Am 7. November waren die Einwohner der Gemeinde Kakau aufgerufen den ersten Stadtrat und Bürgermeister der neuen Stadt Oranienbaum-Wörlitz zu wählen. mehr...
2011Mit der Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer-Winkel und Neubildung der Stadt Oranienbaum-Wörlitz werden am 01. Januar alle bisher in der Verwaltungsgemeinschaft zusammengeschlossenen Gemeinden zu Stadtteilen der neu gebildeten Stadt.
Quellennachweis
17) Ines Pinkert; Dorit Schulze: 300 Jahre Horstdorf 300 Jahre Horstdorf 1708-2008 - Die Geschichte der Gemeinde Horstdorf - 2008
21) Werner Kühnast: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kakau seit 1913 -
27) Horst Jacobi; Fritz Walter: 775 Jahre Kakau - Streifzüge durch die Geschichte und Gegenwart der Gemeinde - 1976
30) Annemarie Lüdicke: Vergessene Schicksale - Festnahmen in Mitteldeutschland 1945-1961 - 2004
32) Walter Gollmer; Christian Forberg: Dessauer Kalender 1986 - 1985
34) : Statistik des dt. Reichs Band 550 - Amtliches Gemeindeverzeichnis - 1940
35) Erwin Degner: Die Kakauer Teichanlage und die Angler - 2009
38) Dr. phil. Emil Weyhe: Landeskunde des Herzogtums Anhalt - 1907
71) Gerd Lehmann; Gerlinde Schlenker; Manfred Wille: Geschichte in Daten Anhalt - 1994
95) Siegfried Dohnert; Dr. Ulla Jablonowski: Stadt Chronik Dessau 1945 - 1949 - 1988
164) Franz Abendroth; Dr. Hans Harksen; Bernhard Heese: Dessauer Kalender 1959 - 1958
165) Dr. phil. Julie Harksen; Dr. Hans Harksen; Bernhard Heese: Dessauer Kalender 1957 - 1956
186) : Mitteldeutsche Zeitung -
187) : Illustrierter Führer durch Oranienbaum und Umgebung* - 1926

Die komplette Aufstellung der für die Erstellung dieses Webprojektes verwendete Literatur findet Ihr im Literaturverzeichnis.